Unsere Häuser
| St. Ulrich - Sölde |
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Seit 1955 als Museumsgebäude genutzt.
1954 vom HDI erworben, diente es die von Hermann Zeller gesammelten,
bäuerliche Stücke in einem Bauernhofmuseum auszustellen.
Das Gebäude gehörte bis 1614 dem Besitz des Klosters
Mönchroth in Rot a.d. Roth an. Danach wurde es von der
Herrschaft Kronburg erworben.
Als Sölde werden kleine Hofstellen bezeichnet, die nicht
nur ausschließlich der Landwirtschaft dienen. Die St.
Ulrich-Sölde wurde z. B. auch als Bäckerei oder wie
jetzt eingerichtet, als Wagnerei genutzt.
Der Aufbau des Hauses entspricht einem "Mittertennhaus";
neben der "Widerkehr" die häufigste Form im Allgäu.
Üblicherweise auf der Südostseite im Erdgeschoss die
Stube, dahinter die "Kucha" und ein Nebenraum. Hier
in der St. Ulrich-Sölde als Käseküche eingerichtet.
Über der Stube die Schlafkammer der Eltern, daneben noch
zwei Schlafkammern für Kinder, Knechte und Mägde.
Der schmale Hausgang zieht sich durch das ganze Haus, genauso
nebenan die Tenne. Auf der Ostseite befindet sich Stall und
Heuviertel.
Die verbesserten Wirtschaftsbedingungen im 19. und 20. Jahrhundert
und aufstockende Milchviehhaltung erforderte den Anbau einer
"Wiederkehre" im Norden. In dieser Zeit wurden auch
viele Holz- bzw. Fachwerkhäuser weiß verputzt.
Im innern des Hauses befinden sich all die bäuerlichen
Gegenstände die zum Leben notwendig waren, außerdem
die schon erwähnte Käseküche und die Wagnerei.
Über dem Stall befindet sich eine Ausstellung mit den dazu
gehörigen Geräte zur Flachsverarbeitung. |
| Arlesrieder Pfarrstadel |
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Seit 1967 Bestandteil des Museums. Ursprünglich Pfarr-
bzw. Zehentstadel in Arlesried diente es, den Kirchenzehnt dort
auf zu nehmen.
Der Aufbau, unten in Ständer-Blockbau, im Oberteil als
Ständer-Stabbau. Die Giebelseite ist mit Schwertlingen
verkleidet und zwar mit den früher üblichen Holznägeln.
Das Tor mit dem kaiserlichen Doppeladler stammt aus Illerbeuren
und ist wohl aus der Zeit vor 1806. Über dem Tor die Jahreszahl
1826. Wobei mindestens der untere Teil noch älter ist.
Ursprünglich war der Pfarrstadel an seiner Nordseite etwa
um vier Meter länger. Dieser Teil konnte allerdings beim
Wiederaufbau nicht mehr verwendet werden.
Der Stadel enthält bäuerliche Gerätschaften wie
z. B. die mit Wasserrad angetriebene Knochenstampfe und eine
lange Fischleier zum Auspumpen von Weihern. |
| Der Krugzeller Zehentstadel |
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Am 14. Mai 1971 im Museum eröffnet; stand ursprünglich
in Krugzell und wurde dort bereits 1451 erwähnt.
Das Datum 1791 am Giebel ist wahrscheinlich das Jahr einer Renovierung.
Im Bauernkrieg 1525 brannte es ab und wurde danach als gotisches
Fachwerkhaus wieder aufgebaut.
Das bemalte Tor an der Westgiebelfront stammt vom alten Zehentstadel
aus Lautrach. Die Beschriftung an der Südseite mit alten
Spruchweisheiten wird dem Jahr 1791 zugeordnet.
Darunter ein Spruch aus dem Schlafgemach des Kaisers Maximilian
I. Er lautet: "Ich lebe und weiß nicht wie lang.
Ich sterbe und weiß nicht wann. Ich fahre und weiß
nicht wohin. Mich wundert's, dass ich fröhlich bin".
Ganz anmutig anzuschauen, die in reinem Ständerfachwekbau
aufgebaute West- und Südseite. Beim reinen Ständerbau
gehen die senkrechten Ständer durch die Geschosse. Beim
Ständer-Rähm Bau enden sie mit dem Geschoss. Die Nord-
und Ostseite ist in Massivbauweise ausgeführt.
Ursprünglich stand der Zehentstadel mit der jetzigen Westseite
nach Süden und somit kam die massiv gebaute Nordseite der
Wetterseite zu. Man vermied dadurch, dass Wasser durch die Ritzen
am Fachwerk eindringt.
Im innern des Stadels befindet sich (nicht der ursprünglichen
Nutzung entsprechend) bäuerliche Arbeitswagen, Kutschen
und Schlitten. |
| Der Uttenhof |
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Das zweiteilige Holzhaus stammt aus Uttenhofen, Gemeinde
Gebrazhofen und wurde 1975 im Museum eingeweiht.
Beim Abbruch fand man im Speicher des Kornkastens verdeckt
die Jahreszahl 1791. Etwa 1795 kam der Wohnteil für die
alten Bauernleute hinzu.
Der Uttenhof ist ein komplett aus Holz gebauter Hof. Aufgebaut
in Ständerbohlen-Bauweise.
Die Balkenlagen sind mit trockenem Moos abgedichtet. Das Dach
ist mit Landern gedeckt. Sie werden lose auf die Rähmlinge
gelegt, mit Stangen der Quere nach belegt und mit Feldsteinen
beschwert.
Der Uttenhof ist ein Rauchhaus, das heißt, der Kamin
endet im Dachraum. Der Rauch zieht durch die Landern ins Freie
ab.
Durch die mit Empire-Ornamente versehene Haustüre gelangt
man direkt in die kleine Küche mit dem offenen Herd.
Nebenan eine kleine bescheidene aber vollständig eingerichtete
Stube.
In der Handwerkskammer befindet sich eine Bürstenbinderei.
In der Schlafstube im Obergeschoss steht ein Schrank mit einer
Darstellung der Kronburg.
Der Kornkasten enthält Abteilungen zur Aufbewahrung von
Getreide. |
| Das Göpelhaus |
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Das Göpelhaus wurde aus Balken eines alten Göpelhauses
aus der Gemeinde Kronburg errichtet.
Der darin befindete Göpel stammt aus Südtirol und
wurde auf recht abenteuerliche Weise nach Illerbeuren gebracht.
Mit dem Göpel wurden mit Hilfe von Ochsen bäuerliche
Arbeitsmaschinen angetrieben.
Dieser Göpel hat eine zwölffache Übersetzung.
Das Gegenstück zum Göpel ist ein in der Ecke stehende
Trimmel. Er hat eine Untersetzung und wird von Menschenhand
angetrieben um schwere Lasten zu heben. |
| Der Grieshof |
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Als vor etwa 200 Jahren die Iller nach einem schweren
Hochwasser den Verlauf änderte und dem Bauer Matheus Scheffler
aus Lauben bei Kempten den Hof von seinen Feldern trennte, sodaß
er seine Ernte mit dem Floß über die Iller befördern
mußte, errichtete dieser für seinen Sohn jenseits
der Iller diesen prächtigen Hof, den Grieshof. Hoch im
Giebel steht die Jahreszahl 1788.
Ende der sechziger Jahrs sollte dieser vom Zahn der Zeit schwer
gezeichnete Hof abgerissen werden. Heimatpfleger Hermann Zeller
erreichte ein Abrissverbot und schließlich die Übertragung
des Hofes nach Illerbeuren.
1972 wurde das, was vom ursprünglichen Hof noch vorhanden
wer, sorgfältig abgetragen und im Bauernhofmuseum wieder
aufgebaut.
Der Wirtschaftsteil musste ergänzt werden.
Der Hof hatte ursprünglich eine Ausrichtung nach Osten.
Demnach blickte der barocke Fachwerkgiebel nach Westen.
Im Inneren des Gebäudes ist eine nachempfundene Schuhmacherwerkstatt,
eine Küferei sowie eine Ausstellung über die Entwicklung
der Methoden der Vorratshaltung und Konservierung von Lebensmittel
zu sehen. |
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| Der Kornspeicher |
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Der Kornspeicher stammt aus einer Hofanlage in Volkratshofen
und ist datiert mit 1686. Seit 1976 ist er Bestandteil im Bauernhofmuseum.
Separat stehende Kornspeicher wurden aus dem Grund errichtet,
dass wenn ein Feuer den Hof vernichtete, wenigstens die Ernte
verschont bleiben.
Das gut durchlüftete Bauwerk ist im Erdgeschoss als Blockbau
errichtet. Die Giebel als Fachwerk. Das Dach ist mit Reet eingedeckt.
Wobei es ursprünglich, wie in der schwäbischen Gegend
bis ins 19. Jhd. üblich, mit Stroh gedeckt war.
Kornmaße, Sackkarren u. a. Getreidespezifische Gerätschaften
bilden die Ausstattung im Inneren. |
| Der Gromerhof |
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Neben der St. Ulrichs-Sölde ist der Gromerhof das zweite
Gebäude im Museum, das seit altersher an seinem heutigen
Platz gestanden hat. Der Hof wurde in früheren Urkunden
oft an erster Stelle genannt. Auch wird seine Bedeutung dadurch
deutlich, daß er, wie in alten Schriften von 1541 erwähnt,
höchste Abgaben zu leisten hatte.
Im Jahre 1970 wurde der Hof von Donatus Gromer an den Heimatdienst
Illertal verkauft. Die Wiederherstellung und Umbau mit Brotzeitstube
konnte 1976 beendet werden. Nach Veräußerung an den
Zweckverband Schwäbisches Bauerhofmuseum Illerbeuren erneuter
Umbau 1990. Dabei wurde er so hergerichtet, wie er noch heute
genutzt wird. |
| Das Woringer Häusle |
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Das Woringer Häusle, ein Austragshaus eines Hofes in
Woringen, wurde 1977 von der letzten Besitzerin kurz vor ihrem
Tode dem Museum vermacht.
Ein Austragshaus ist meist ein kleines, bescheidenes Häuschen
mit wie hier, zwei Räume im Erdgeschoß und zwei im
Obergeschoss, in dem die alten Bauersleute wohnten, nachdem
sie den Hof an die Nachfolger weiter gegeben hatten
Gebaut wurde dieses Haus Ende des 18. Jhd. Es ist ein reiner
Ständerbau.
Im Innern befindet sich zu den üblichen Räume wie
Stube, Kuche und Schlafraum außerdem noch eine Hucklerei
- ein kleiner Verkaufsraum. |
| Bienenhaus |
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Seit 1976 als Museumsgebäude genutzt. |
| Die Backkuche |
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Fast verträumt und halb versteckt unter Obstbäume
und Holunderbüschen stand in der Woringer Einöde die
alte Backkuche. Romantisch anzusehen, aber für den Bauern,
der den Platz dringend brauchte, war sie im Wege.
Und das, wozu sie vordem in alten Tagen da gewesen war, das
geschieht jetzt am neuen Ort durch unseren Bäcker Heim,
der nach der alten Weise darin das "Holzofenbrot"
backt. |
| Das Buxheimer Haus |
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Das Buxheimer Haus kam 1979 aus Buxheim ins Museum. Über
seine Vergangenheit war wenig zu erfahren. Zuletzt diente es
als Unterstellschopf für Gastarbeiter und davor war es
längere Zeit ein Pferdestall gewesen.
Das einseitige Walmdach und der schräge Giebelgrundriss
gibt dem Haus eine eigenwillige Form.
Das kleine Zwärchhaus über der Haustüre deutete
auf eine frühere Dacheindeckung aus Stroh hin. Dies verhinderte,
dass im Brandfall das brennende Stroh nicht vor die Haustüre
fiel und somit den Fluchtweg versperrt.
Das Buxheimer Haus wird heute als Hafnerei genützt, in
dem Töpferwaren hergestellt und verkauft werden. |
| Die Lobacher Schmiede |
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Ihr Alter lässt sich bis ins Jahr 1786 zurückverfolgen.
1979 erfolgte der Abbruch und Wiederaufbau im Illerbeurener
Museum.
Die Schmiede ist funktionsfähig eingerichtet und wird mindestens
ein mal im Jahr, bei den Handwerkertagen wieder zum Leben erweckt.
Dabei wird im Schmiedefeuer der Esse das Eisen erhitzt und unter
Beobachtung vieler interessierten Besucher das Stück auf
dem Amboß allein durch Hammerschläge in die gewünschte
Form gebracht. |
| Die Kapelle |
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Zwar ein Neubau aus dem Jahre 1980, aber dennoch für
das Allgäu eine typische Kapelle. Als Vorbild diente eine
Kapelle in Hettisried, die dort abgerissen aber dann doch wieder
an anderer Stelle aufgebaut wurde. So stammt von diesem Gebäude
nur das Gestühl und die beiden Eichenbalken die den Helm
tragen. Im Innern beherbergt die Kapelle den hl. St. Leonhard,
der alljährlich den Leonhardiritt in Illerbeuren begleitet.
Um die Kapelle herum bereichern etwa 50 alte, meist schmiedeiserne
Grabkreuze, das Gelände. |
| Das Feuerwehrhaus |
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Das Feuerwehrhaus, ein Gebäude aus Dickenreishausen,
gelangte 1983 in Museum.
Typisch das kleine Türmchen, der so genannte Trockenturm,
indem die nasse Schläuche zum Trocknen aufgehängt
wurden.
Im Inneren stehen einige alte Feuerwehrgeräte. |
Quellen:"Kunstsinn und Erfindergeist im Bauernhofmuseum"
von Hermann Zeller/Walter Braun
"Kleiner Begleiter durch das Schwäbische Bauernhofmuseum
Illerbeuren" von Dr. Otto Kettemann
Aktualisiert von Holger Klockmann.
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